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WIKING Neuheiten August 2022

0677.09 – MB Hinterkipper mit Hochbordpritsche

Durch zahlreiche Reaktivierungen von Formen (Pausbacke, Henschel HS 14/16), die Konstruktion von Sattelzugfahrgestellen für die MAN- und Magirus-Kurzhauber-Fahrerhäuser und auch durch neue Zugmaschinen hat WIKING nun eine größere Auswahl an Sattelzugmachinen für die klassischen Auflieger. Damit es hier etwas mehr Vielfalt im Bereich der Baufahrzeuge gibt, bereichert ab sofort ein neuer Hinterkipperauflieger das Programm. Dieser ist, bei genauem Hinsehen, aber gar nicht komplett neu. Nur der Aufbau ist neu entwickelt worden.

Auf dem vorhandenen Aufliegerfahrgestell für den Baustellenkipper (0677) baut WIKING die neue Hochbodpritsche auf. Diese ist, wie die flache Stahlmulde nach Blumhardt Vorbild, sehr einfach kippbar und fest aufstellbar. Dazu dient wieder der gebogene Drahtstift am Chassis. Eine etwas klobigere Konstruktion der späten 50er-Jahre, um das Spielen mit dem Modell zu erleichtern, bleibt dem Modell erhalten. Aber damit bleiben Kippmulden kippbar, was bei Wettbewerbern bei Neukonstruktionen nicht mehr durchgehend der Fall ist. Man bleibt sich treu bei WIKING. Ergebnis ist eine gelungene Bauteilergänzung in angelehnter Formsprache für mehr Vielfalt und mit bekanntem Spielwert.

  

Die neue Mulde mit Holzbeplankung ist etwas feiner gestaltet, passt aber zur Formsprache der Zugmaschinen im angenäherten H0-Maßstab. Die Bauart passt zu den Zugmaschinen der 60er- und 70er-Jahre im Programm. Aber auch als Transportfahrzeug für Erntegut wie Mais oder Rüben ist der neue Auflieger für Dioramenszenen in den 80er-Jahren mit jüngerer Zugmaschine (MB NG) durchaus vorstellbar.

 

Denn mit den höheren Bordwänden ist die Pritsche im Vergleich zur Blumhardt-Pritsche dafür deutlich besser geeignet, volumenreiche, leichte Ladegüter zu transportieren. Die Klappe am Heck ist natürlich beweglich, hier wird aber auf einen angeformten Kipphebel verzichtet. So wirkt die Pritsche vorbildgerechter. In Summe eine passende und stimmige Aufbauvariante für das alte 2-achsige Aufliegerfahrgestell.

 

Die Schokoladenseite des Aufliegers ist die Fahrerseite, hier fällt der Kipphebel nicht ins Auge. Ansonsten bringt das alte Fahrgestell schon eine verdeckte Aufnahme der Kippvorrichtung mit. Das Auflieger-Chassis fällt nur bei rückseitiger Ansicht mit den Kotflügeln und bemalten Rücklichtern ins Auge. Im Vergleich mit dem moosgrünen Hinterkippersattelzug, hier als Vergleichsfahrzeug ein Sondermodell von Wasmus, fällt auf, wie sehr die neue Pritsche den Auflieger verändert.

 

Ein völlig neuer Modelleindruck, was durch die größere kubische Zugmaschine unterstrichen wird. Hier ist WIKING leider ein Übertragungsfehler im Detail unterlaufen, der erst nach Montage der Modelle auffiel. Die Kabine hat wie beim unten gezeigten Hochbordpritschen-Lastwagen das Typenkennzeichen 2223 erhalten. Richtig und geplant wäre 1632 gewesen, es wurde aber die falsche Druckangabe hinterlegt. Ein Versehen, welches die Wirkung des Modells nur wenig schmälert, und in der Vitrine kaum auffällt. Denn in der Gruppe der inzwischen zahlreichen azurblauen kubischen MB Lastwagen sticht der Hinterkippersattelzug durch seine für den WIKING-Sammler ungewohnte Form hervor. Und so wächst nicht nur das Portfolio der Baufahrzeuge mit dem neuen Hinterkipper, sondern auch die azurblaue Fahrzeugflotte mit kubischem MB Fahrerhaus.

 

0800.16 – VW 411 Taxi

Ein Boxer im Taxi. Das wäre nichts ungewöhnliches. Schon eher, wenn er im Heck sitzt. So ist es beim VW 411, dort sitzt der Boxermotor im Heck, der Kofferraum ist vorne. Und das Gepäckabteil ist verhältnismäßig klein. So ist es wenig verwunderlich, dass die Taxis seiner Zeit eher von Mercedes, Opel und Ford kamen. Denn die Wettbewerber boten Limousinen mit Frontmotor und großem Kofferraum an. So war der VW wohl eher ein seltener Vertreter am Taxi-Stand.

WIKING lässt seinen Modellklassiker trotzdem zu Ehren kommen, und setzt dem hellefenbeinfarbenen 4-Türer das Taxischild auf das Dach. Innen gibt es eine helle Ausstattung mit integriertem Lenkrad, wie das Modell es seit den 70ern trägt. An der Front sind die Scheinwerfer gesilbert, das kleine VW Zeichen ist silbern bedruckt undmit zwei Zierleisten umfasst.

Die Blinker vorne sind orange bemalt und die Rückleucten rot. Die Stoßstangen haben einen schwarzen Druck erhalten, der eine Gummileiste nachbilden soll. Die Türgriffe sind gesilbert und an der Unterkante der Türen befindet sich rechts und links ein Zierstreifen.

Die zweiteiligen Räder mit Buckelkappenfelge sind silbern. So ausgestattet, hebt sich das Modell deutlich vom PMS Sondermodell ab. Der Post Museums Shop hatte das Modell einst ganz schlicht geordert. Schwarz, einteilge Räder, ohne Einrichtung und mit getönter Verglasung. Man gönnte dem Modell nur die gesilberte Frontpartie.

 

Stilistisch in der Detailbedruckung und Ausführung nicht ganz passend, aber so hat der Sammler nun die beiden zeitgenössischen Farbtöne in der Sammlung, mit denen der VW 411 unterwegs gewesen sein könnte. Aus der Bauzeit hat WIKING schon den geplanten Nachfolger des VW 411 verewigt. Den VW K70. Auch ihn gibt es in den beiden Farbtönen. Mit dem VW 411 ist das Quartett der VW-Taxi-Limousinen der 70er-Jahre nun komplett.

0864.45 – BMW 525i Polizei

Um den bösen Jungs und Mädchen hinterher zu kommen, braucht es auch schon mal Polizeiwagen mit mehr Pferdestärken. Die bringt der BMW 525i mit, und ist damit das ideale Einsatzfahrzeug für die Autobahnpolizei. Während in den 80er- und 90er-Jahren im Streifendienst die Mittelklassemodelle je nach Bundesland u.a. von BMW, Audi, Opel, VW und Ford im Einsatz waren, durfte es bei der Autobahnpolizei auch mal eine Nummer größer sein.

Im Bayern und einigen anderen Bundesländern wie Thüringen bestellte man BMW 5er, in Hessen gerne Opel Omega in NRW auch mal Ford Scorpio für solche Einsatzzwecke. Der Youngtimer-BMW 5er von WIKING ist landesneutral gehalten. Ein Polizeimodell, weclhes im WIKING-Programm bisher fehlte. Bislang war der BMW überwiegend zivil, einmal bei der Feuerwehr am Flughafen Münschen und bei der letzten Wiederauflage auch als Taxi unterwegs. Einen Einsatz als Polizeifahrzeug gab es 1991 einmalig nach einem Vorbild aus Österreich mit leuchtrotem Seitenstreifen.   

Jetzt ist es auch nicht nur ein Streifen auf dem weißen Wagen. Er trät kein Wappen, wie es zum Beispiel beim 3er-BMW aus Bayern unten der Fall war. Türen, Heckklappe und Motorhaube sind am Fahrzeug minzgrün bedruckt. Darauf weiße Polizei-Schriftzüge. Die Türgriffe und Teile der Türen sind schwarz bedruckt und heben sich so vom Fahrzeug ab. Eingesetzte Rückleuchten und Blinker vorne. Die weiße Signalbox hat vorne und hinten eine minzgrüne Bemalung erhalten. Ein kleines aber feines Detail.

WIKING nennt in der Modellbeschreibung als ein weiteres Vorbild für das Polizeifahrzeug die Fahrzeuge aus den ersten Staffeln der RTL-Serie „Alarm für Cobra 11“. Dort wurden die Limousinen in Verfolgungsjagdten über abgesperrte Autobahnstrecken oder Innenstadtbereiche von Köln gescheucht. Der Alltag im echten Dienst wird auch nicht schonend gewesen sein, so hart wird es dem Modell nicht ergehen. 

Mit der Lackierung bzw. Bedruckung passt der BMW sehr gut zu den anderen Neuauflagen von landesneutralen Polizeifahrzeugen der 80er- und 90er-Jahre, die WIKING in den letzten Jahren nach und nach in den Handel gebracht hat. Mit der Gruppe der heutigen Youngtimer lässt sich dann schon eine Straßen- oder Corba-11-Verfolgungsszene in Vitrine oder Diorama zeitgenössisch nachstellen.