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WIKING Neuheiten Dezember 2021

Mit etwas Verspätung erfolgt die Vorstellung der Modellauswahl. Denn die Auslieferung der Dezember Neuheiten erstreckte sich dieses Mal über mehr als vier Wochen. Die meisten Modelle konnten pünktlich vor Weihnachten 2021 zu den Händlern gesandt werden. Pandemiebedingt gab es aber Verzögerung in Produktions- und Lieferketten. Der MB Pullman Tiefladezug und der große Case-Schlepper konnten zunächst nur in Teilmengen ausgeliefert werden. In der vierten Kalenderwoche folgten nun im Januar noch der Clark Gabelstapler und der Normag Faktor. Logistisch aufwändig und teuer, für Hersteller und Fachhändler.

Aber natürlich toll für die Sammler, die nicht unnötig lange bis zur nächsten regulären Auslieferung auf ihre Modelle warten müssen. Da das nicht bei jeder Auslieferung stemmbar ist, wurden auf Grund der Lieferengpässe bei Rohstoffen, Verpackungen und Fertigmodellen die kommenden beiden Auslieferungen Februar und April zusammengelegt. Das soll Hersteller und Fachhändlern Planungssicherheit, und den Sammlern verlässliche Vorfreude ermöglichen. Sämtliche für Februar vorgesehenen Modelle kommen allerdings über das Jahr verteilt im Fachhandel zur Auslieferung. Es werden folglich nicht weniger Modelle in diesem Jahr erscheinen, jedoch verschafft WIKING sich die Flexibiltät zur Auslieferung nach Fertigstellung der geplanten Modelle.

0398.01 – Normag Faktor I

Den kleinen Normag gab es bei WIKING schon mal als ganz großen Normag. Denn als Werbemodell produzierte WIKING das Modell zur Vorbildzeit für den Hersteller. Mit dem Schlepper mit geprägten Schriftzügen auf den Kotflügeln warb man im heiß umkämpften Markt um Kunden. Nur Anfang der 1950er-Jahre lief der Faktor I vom Band – auch zunächst bei WIKING. Eine Neuauflage 1999 erinnerte an diesen Meilenstein. Der damals mitgelieferte Mähbalken wurde für das Gruppenfoto entfernt, um großes und kleines Schlepperchen besser vergleichen zu können.  

Die Nordhäuser Maschinenbau GmbH baute ab 1937 unter dem Markennamen „Normag“ Schlepper in Nordhausen im Harz. Nach dem Krieg zog die Firma nach Zorge um, und firmierte nun unter Normag-Zorge und baute ab 1946 zunächst ein modifiziertes Vorkriegsmodell weiter. Es folgten Neuentwicklungen und so auch der Faktor I zu Anfang der 50er-Jahre.

Für WIKING kam dabei ein wichtiger Industrieauftrag zu Stande. Denn die junge Firma WIKING brauchte gerade nach den Kriegswirren verlässliche Aufträge. Sehr genau, vorbildgerecht und fein bildete WIKING das Vorbild einst im Maßstab 1:50 nach. Wie bei den VW Werbemodellen eine ganz andere Modellumsetzung als bei den doch sehr einfach gestalteten, unverglasten Verkehrsmodellen zu dieser Zeit. Mit dem H0-Modell in Anlehnung an das gelungene Großmodell erinnert WIKING also an diese eigene frühe Firmengeschichte, und gleichzeitig an die Firma Normag-Zorge, die drei Jahre nach der Übernahme durch O&K wegen sinkender Absatzzahlen 1958 abgewickelt wurde.

 

Der Schlepper passt zudem perfekt in die Modellreihe der klassischen Traktoren bei WIKING. Und ist wie sein großer Bruder fein graviert und detailiert. Karosserie, Chassis, Haube und Leuchtenhalterung sind beim Premierenmodell resedagrün ausgeführt. Eine mehrfarbige Ausführung ist denkbar. Auf den roten Felgen, die hinteren sind durchbrochen, sind Gummireifen aufgezogen.

 

 

 

Das Lenkrad ist schwarz als Bauteil eingesetzt. Die Scheinwerfer sind gesilbert und die Rückleuchten sind rot bedruckt. Am Heck fällt der kleien Zughaken und das zierliche Gestänge auf. An der Motorhaube sind rote Normag-Markenzierstreifen aufgedsruckt und darauf in weiß das NZ-Logo aufgedruckt.

 

 

Die Doppellenker-Vorderachse ist wie beim großen Normag pendelnd ausgeführt. An der Unterseite ist nicht nur das WIKING-Logo zu finden, sondern auch eine Nut. Diese ermöglicht die Aufnahme des Mähbalkens bei späteren Varianten des Modells. Einen kleinen Pfug soll der Normag auch noch erhalten, der dann auch für andere klassische Schlepper als Zubehör zur Verfügung steht.

Bis dahin hat der kleine Schlepper mit 15 PS Leistung genug mit dem alten Schlepprechen oder dem einachsigen Allgaier-Anhänger zu tun. Der Bauer ist begeistert vom neuen Gehilfen und dreht ein paar Runden auf dem Schreibtisch. Der Normag füllt nicht nur die Lücke in der Schlepper-Sammlung der 50er-Jahre, er wird künftig sicher auch in vielen Dioramen für eine zeitgenössiche Ausgestaltung der Landwirtschaftsszenen dieser Zeit zu finden sein.

 

0514.06 –  Henschel HS 140 „Union Transport“

Ich muss gestehen, ich habe noch nie bewusst einen Henschel HS 140 gesehen. Während man auf Treckertreffen mal auf einen Normag-Schlepper trifft, ist so ein Nutzfahrzeug eher noch seltener anzutreffen. Historische Ausstellungen auf Nutzfahrzeugmessen, Oldtimertreffen oder Technikmuseen waren schon sein Lebensraum, als ich jugendlich war. Denn der ab 1950 gebaute HS 140 war eines der ersten LKW-Modelle, welches Henschel nach dem Krieg auf den Markt brachte. Der schwere, 140 PS starke Henschel muss Peltzer beeindruckt haben. Denn schnell nach Markteinführung wurde er ins Programm aufgenommen. So ist es vorrangig das unverglaste WIKING-Modell, welches ich mit dem Henschel HS 140 verbinde.

An dieses frühe Nutzfahrzeugmodell im WIKING-Programm erinnert nun das formneue Modell. Ein Henschel mit mächtiger Haube, hohem Grill mit glänzendem Stern. Während das Modell der 50er sehr einfach gehalten war, ist das neue Modell deutlich detailierter gestaltet. Man kann auch sagen, mit der unverglasten Zugmaschine hat die neue im angenäherten H0-Maßstab nichts mehr gemein. Für die Umsetzung des neuen Modells wurde u.a. ein Vorbildfahrzeug vermessen und mit historischen Unterlagen gearbeitet. Die Kabine weißt detailierte Gravierungen, Dachleuchten und einen eingesetzten Grill auf. Die verchromte Zierleiste an der Kabine und die Türgriffe sind gesilbert.

 

An der Haube ist der Henschel-Schriftzug zweifarbig aufgedruckt. Die Haubenverriegelungen sind schwarz abgesetzt. Die langen freistehenden Peilstangen sind sehr filigran. Diese sind in Verbindung mit den Scheinwerfern als geondertes Bauteil eingesetzt. Die Scheinwerfer sind silbern bedruckt. An der Rückseite der Kabine gibt es ein kleines Fenster. Das Dach der karminroten Kabine mit zwei Dachlüftern ist weiß bedruckt.

 

Die Zugmaschine ist im Maßstab und stilistisch an die klassischen LKW im WIKING Programm angepasst. Das ermöglicht die Verwendung der vorhandenen Auflieger und Pritschenaufsätze. So ist auch der Pritschenauflieger ein alter Bekannter. Der Auflieger hat ein anthrazitgraues und eine karminrote Pritsche. Die basaltgraue Plane hat einen weißem Union-Schriftzug mit schwarzem Schlagschatten erhalten, die Pritsche einen weißen Schriftzug „Transport-Betriebe“ und schwarzem Schlagschatten. Zeitgenössisch ist der Auflieger ohne Unterfahrschutz am Heck ausgeführt. Dort sind die Rückleuchten rot und die Warndreiecke orange bedruckt. Rot bedruckt sind auch die Rückleuchten an der Sattelzugmaschine.





 


0429.04 – MB LP 333 Tankwagenhängerzug „Esso“

In Anlehnung an ein Vorbildfahrzeug hat WIKING aus vorhanden Bauteilen ein neues Tankwagenmodell geschaffen. Die Kombination mehrer Bauteile aus verschiedenen Jahrzehnten zeichnet die Geschichte der Flugfeldtankfahrzeuge um 1960 nach. Der MB LP 333 und das Fahrgestell des zweischsigen Pritschenanhängers (0402) wird mit dem Tankaufbau kombiniert. 

Der Tankaufbau fand zuletzt bis 1980 auf der Pritsche des MAN Kurzhabers (0808) Verwendung. Auch mit Esso-Beschriftung, hier allerdings wohl eher als Heizöllieferwagen gedacht. Jetzt ist er auf die Fahrgestelle aufgeklebt. Das Gespann ist insgesamt Esso-rot gehalten.

Schwarz abgesetzt ist der Kühlergrill, der an Zierleisten und Mercedes-Benz-Stern silbern bedruckt ist. Die anthrazitgrau Inneneinrichtung hat ein Lenkrad in hellelfenbein. Die Zierleisten am Fahrerhaus sind gesilbert, sehr unauffällig sind die signalorangen Blinker an der Kabine.

Die Türen der Kabine und die Tankaufbauten tragen ein dreifarbiges Esso-Logo. Dazu erhalten die Tanks das „Esso Aviation Products“-Logo und den dazugehörigen Schriftzug „Esso Aviation Products“. Die Rückleuchten an Zugwagen und Anhänger sind karminrot bemalt.


 


 

1171.01 – Clark Gabelstapler

Wie der Normag Faktor I ist auch der Clark Gabelstapler eine Erinnerung und Hommage an das einstige Großmodell aus den 1950er-Jahren. Zum Werbemodell Clark Carloader im Maßstab 1:25 gibt es in der Caramini 11/2021 einen ausführlichen Bericht mit zahlreichen Fotos der Modelle. Nach über 65 Jahren erscheint nun das H0-Modell im Verkehrsmodelle-Programm bei WIKING. Vorbild stand das 1:25-Modell, dessen Maße und Funktionen auf das 1:87-Modell heruntergerechnet wurden.

Das Premierenmodell des Gabelstapler-Klassikers erscheint in der Standardfarbe der Clark Stapler jener Jahre. Blassgrün sind Aufbau, Hubmast und die Gabel. Nur Lenkrad, Sitz und Reifen sind schwarz abgesetzt. Die Räder haben eine gelbe Bemalung erhalten. So wie das damalige Werbemodell.

Das Modell hat umlaufend weiße Zierstreifen und am Heck sowie am Hubmast eine weißen Clark-Schriftzug. Der Hubmast ist kippbar, die Gabel ist beweglich und kann in verschiedenen Arbeitshöhen beliebig verbleiben. Stapelkästen, Paletten sind im Programm zur Ausgestaltung von Ladeszenen vorhanden. Auch der Fahrer kann hinter dem Lenkrad Platz nehmen, hier dürfte aber der detailliertere Fahrer aus neuen Formen die bessere Wahl für eine weitere Serienmodellvariante sein.

 

 

0490.02 – MB Tiefladehängerzug „Ruhr Intrans“

Passend zum Clark Carloader bringt WIKING in der Dezember-Auslieferung das Lieferfahrzeug. Mit dem Tiefladelastzug wurden die Stapler in der Umgebung ausgeliefert. Die MB Pullman-Schwerlastzugmaschine und der Tieflader sind in den Farben der Firma Ruhr Intrans gestaltet. Fahrerhaus , Fahrgestell, Felgen und Pritsche sind wie der Tieflader korallenrot.

 

Alles begann 1947 im Ruhrgebiet mit einem Reparaturservice für den Clark-Stapler aus den USA. Die Streitkräfte hatten die Carloader mit nach Westdeutschland gebracht, und benötigten Service. Ab 1952 wurden die ersten Clark-Geräte dann in Lizenz gebaut. Ruhr Intrans lieferte die Geräte dann aus, auch den Clark Gabelstpler. WIKING stellt dem Formneuling den klassichen MB Pullman zur Seite. Auf die Ladefläche des Tiefladers, mit silberner Seilwinde und perlweißem Streifen und Ruhr Intrans-Schriftzug, passen gleich mehrere Gabelstapler.

 

 

 

Die Kombination des Tiefladeaufliegers mit dem Dolly ist neu im Serienprogramm. Erstmals tauchte diese Modellkombination beim Händler Der kleine WIKING-Laden als Sondermodell (→ Modell 4) im Dezember 2019 auf. Damals mit Unimog U 406 als Zugmaschine. Jetzt darf der stärkere MB Pullman werkeln, auf den Türen mit perlweißem Clark-Schriftzug.

Die Kabine hat einen perlweißen Zierstreifen erhalten, die Zierleisten, Stern und Scheinwerfer sind gesilbert. Der integrierte Grill ist ebenfalls perlweiß bedruckt. An der Zugmaschine sind die Heckleuchten verkehrsrot bedruckt. So ausgestattet kann der Lastzug auf Liefertour gehen.