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WIKING NEUHEITEN Februar 2019 – Teil 2

0864.42 – MB L 408 „Polizei“

Der von Mercedes-Benz in Düsseldorf gebaute Transporter L 408 und seine Verwandten aus der Baureihe waren lange im Behörden- und Hilfsdienst anzutreffen. Die Zuverlässigkeit war ein Grund, dass auch noch in den späten 1990er Jahren viele Fahrzeuge im Einsatz waren. Der andere war der, dass der Kauf dieser Fahrzeuge für eine lange Betriebszeit sorgte. Die heutigen Leasing- und Fuhrparklösungen im öffentlichen Bereich führen zum Teil zu erheblich kürzeren Betriebszeiten und schnelleren Fahrzeugwechseln.

Dass der MB L408 nun erneut als Youngtimer im WIKING Programm zu Ehren kommt, ist begrüßenswert. Vollständig in Minzgrün der Bereitschaftspolizei rollt das Modell zeittypisch vor. Nur die schwarzen, detaillierten Felgen der zweiteiligen Räder bilden einen Kontrast zu Fahrgestell und Aufbau.

Zum wettergeschützten Transport von Material wie Akten, Mobiliar, Absperrgittern trägt die Pritsche eine Plane mit angeformter Blaulichtstange. Lange Jahre war der L 408 bei WIKING ohne Plane unterwegs. Vor fast 30 Jahren – was dem Verfasser gerade erschreckend wie gestern vorkommt – bekam er dann diese Plane. Er rückte in ultramarinblau zum Dienst beim THW ein. 1990 lag das Modell im Rahmen der bei WIKING neuen THW-Reihe bei den Händlern im Regal.

Dieser Einsatz endete nach zwei Jahren, danach war die Plane mit Blaulicht nicht mehr im Programm zu finden. Nun feiert sie auf dem Polizei-Youngtimer ein gelungenes Comeback. In der Kabine ist eine anthrazitfarbene Inneneinrichtung verbaut. Die Kabine selber ist mit Drucken versehen. Die Blinker sind in orange abgesetzt, die kleine Haube trägt einen weißen „Polizei“-Schriftzug. Am minzgrünen Kühlergrill ist der Mercedes-Benz-Stern gesilbert, die Frontscheinwerfer sind per Hand gesilbert. An der Rücklichtstange sind die Leuchten rot bedruckt.

Außer den in den letzten Jahren zweifarbig in Weiß und Minzgrün gestalteten Einsatzfahrzeugen gab es bislang keine Einsatzfahrzeuge der Bereitschaftspolizei in diesem minzgrünen Farbton. Hoffentlich bleibt der MB L408 kein Einzelstück. Vielleicht der Beginn einer wundervollen kleinen Reihe von klassischen Polizeifahrzeugen jener Jahre? Vorbilder und passende Modelle im Formenfundus wären vorhanden.

0438.03 – Magirus Sirius mit Aufsatztank „Aral“

Beim Aufsetztank spielt WIKING nach und nach die Varianten der Tankgestaltung aus. Als dritte Serienvariante erscheint der Tank als Zweikammertank mit offener Bedieneinheit.

Nach der Westfalen-Variante auf MB L 1413 und der Bölling-Variante auf MB Kurzhauber nimmt den weißen Tank nun der Magirus Sirius mit auf Fahrt. Dabei fährt er in zeitgenössischer Gestaltung der ARAL vor. Die Aufbauten sind entsprechend dem Farbschema der ARAL in verkehrsblau gespritzt. Das mit Zughaken bestückte Fahrgestell kommt aus der rekonstruierten Form, die seit 2013 wieder für diesen Magirus LKW-Klassiker zur Verfügung steht. Seitlich ist in silbernen Lettern der Magirus-Deutz-Schriftzug aufgedruckt.

Die Kabine wird durch silberne Drucke aufgewertet. Der Grill wurde silbern gerahmt und Scheinwerfer bemalt, das Logo im Grill ist silbern hervorgehoben. An der schwarzen Stoßstange ist der Magirus-Deutz-Schriftzug silbern aufgedruckt. Die 6-Loch-Felgen der zweiteiligen Räder sind silbern eingesetzt.

Der Aufsetztank erscheint zwei Jahre nach seiner Premiere in Nürnberg nun erstmals in der Kombination Zweikammertank mit offener Schlauchrolle im Programm. Basis, Schlaucheinheit und Tank sind weiß. Der Tank ist wie bei den anderen Modellen abnehmbar auf die Pritsche eingelegt. Seitlich ist eine Bedruckung mit verkehrsblauem Streifen aufgebracht. Sie tragen rechts und links den weißen Schriftzug „BV – ARAL“ mit zur Seite gestellten ARAL-Logo.

Durch die Druckgestaltung und die zweiteiligen Räder hebt sich das Modell natürlich von den Modellen der 1960er Jahre ab, wenn es auch grundsätzlich die Formsprache übernimmt. Besser passt es in die Reihe der Neuauflagen, die die Zeitgeschichte rund um die Tankfahrzeugvielfalt jener Jahre nacherzählen. Hier zu den bisher erschienenen Serienmodellen, oder noch passender auch als Ergänzung zu den Modellen der → „Große Marken Edition – ARAL“ vom Post Museums Shop aus dem Jahr 2016. Hier decken sich Farbauswahl und Bedruckungsumfang sehr gut.

Die Kombination aus alten und neuen Bauteilen ist gelungen. Wobei, alt? Man bedenke: nur die Pritsche und die Kabine sind Bauteile aus wirklich alten Formen. Die anderen Bauteile des Magirus sind kaum älter als fünf Jahre. Das rekonstruierte Magirus Sirius Fahrergestell, die alten Aufbauten und der neue Tank passen dabei einfach gut zusammen. Wie man ihn auch dreht und wendet – er passt perfekt in die Modellhistorie.

0457.02 – Scania 111 Kofferhängerzug „Scania“

Man suche und finde ihn nicht. Auch den Scania mit Kofferaufbauten gab es bislang nie im Serienprogramm bei WIKING. Aus diesem Grund ist die Bauteilkombination als Neuheit für Februar angekündigt.

Weder der Vorgänger Scania 110, noch der an das Vorbild-Facelift von 1975 angepasste 111 bekamen je den Koffer aufgesetzt. Erstmalig für die Scandinavien-Edition von ModellCarService Höhn kombinierte WIKING im November 2016 die Bauteile für das Zugfahrzeug. In der nun vorgestellten Form gab es das Modell als Kofferzug noch nie. Als Pritschenlastzug war er hingegen einige Jahre im Programm zu finden. Und siehe da, auch mit Eigenwerbung.

Im blau und gelb – schwedisch by nature sozusagen – leistete der nordische Lastwagen seine Dienste. Die Kabine in Farbumkehr angeboten, die Pritschen und Planen farbgleich. Nachhaltig nutzte Peltzer jedes Bauteil. Der Neuling kommt wie alle bisherigen Neuauflagen zweifarbig, aber nur in einer Farbvariante. Das Dach der Kabine und die Stoßstangeneinheit sind karminrot, Fahrerhausoberteil und -unterteil signalgelb. Die beiden Farben bestimmen dann auch den Aufbau des restlichen Zuges. Die Kofferaufbauten sind gelb, Fahrgestelle und „Scania“-Schriftzüge rot.

Das Kabinenoberteil ist beim vorliegenden Modell nur aufgesteckt. Das bietet die Chance für Umbauer, ist aber auch wieder ein Risiko für Sammler. Hier wird es sicher wieder alte Modelle mit neuen Bauteilen in geringer Auflage, oder neue Modelle mit alten Bauteilen als Mustermodelle & Co. im weltweiten Netz geben. Vorsicht ist also bei künftigen 111ern angesagt, die außerhalb der bekannten Modellausführungen liegen.

Ansonsten ist die Bedruckung der Kabine sehr zurückhaltend ausgeführt, aber doch wesentlich umfangreicher als beim Modellvorfahren mit Planen.

Denn ganz so spartanisch wie vor 40 Jahren will man den Klassiker dann doch nicht ins Rennen schicken. Wie vor sind die Scheinwerfer per Hand gesilbert, Scania-Schriftzug und Typenziffer 111 zusätzlich silbern bedruckt. Der Grill bekommt durch eine karminrote Bedruckung der Rippen mehr Tiefenwirkung.

 

Am Anhänger des Lastzuges fällt ein kleines Bauteil auf, welches schon im Dezember am Transthermos – Kühllastzug und am Westphal-Lastzug von Collect & Invest zum Einsatz kam. Unter das Fahrgestell ist eine karminrote Werkzeugkiste montiert. Das Bauteil ist nicht neu, aber der Einsatz an diesem Anhänger. Ursprünglich stammt das Modell vom alten Möbelanhänger bzw. Zirkusanhänger aus den 1980er-Jahren. Nun wird es passend zum Nachbau von zeitgenössischen Lastzuganhängern der 70er-Jahre verwendet.

Durch die einfache Kombination der Bauteile aus zwei Jahrzehnten entsteht ein schönes klassisches Lastwagenmodell, welches es so noch nie gab. Wie beim Magirus Betonmischer setzt WIKING setzt Modellgeschichte dort fort, wo man vor 30 oder 40 Jahren aufgehört hat.

0660.08 – O&K Raupenbagger „Bölling“

Das hat gefehlt. Passendes Ladegut für den im Oktober erschienen Tieflader mit Mercedes-Benz NG Fahrerhaus. Bei der Modellvorstellung in der Rubrik Hebebühne war der Tieflader doch recht leer. Nun liefert WIKING zeitgenössische Fracht nach.

Der O&K Orenstein & Koppel Raupenbagger bereichert den Modellfuhrpark der Bauunternehmung Bölling. Fahrzeuge aus dem Fuhrpark der früher im Ruhrgebiet ansässigen Firma waren in den vergangenen Jahren schon häufiger Vorbild für Modellnachbildungen aus WIKING-Formen. Nun also ein Schwergewicht. Die Aufbauten des Raupenbaggers sind wie bei bisherigen Fahrzeuge in narzissengelb ausgeführt. Fahrgestell und Anbauteile kontrastierend in karminrot. Auf die Firmenzugehörigkeit weisen die Bölling-Logos und Schriftzüge hin. Für die Baustellen- und Verkehrssicherheit gibt es rot-weiße Warnbaken am Aufbau.

     

1987 hielt das Modell Einzug in das WIKING-Programm. Vorbild wie Modell entstanden damals noch in Berlin. Der Modellbagger zeichnet sich durch zahlreiche bewegliche Teile aus, die es ermöglichen, den Arbeitseinsatz in verschiedener Form nachzustellen.

Das erste Modell war noch in den Standardwerksfarben gestaltet. Es folgten zahlreiche Einsätze in verschiedenen Farbgestaltungen und in verschiedenen Farben und Firmenauftritten als Ladegut, unter anderem war der Bagger bei den Unternehmen Deppenbrock, bei der hauseigenen WIMO-Bau oder auch bei Schwarz Bau im Dienst.

Zuletzt war der Raupenbagger bis 2017 lange 11 Jahre in verkehrsroter Ausführung im Programm. Nun als Baustellen-Youngtimer ist das Modell wieder klar einem Firmenfuhrpark zugeordnet.

Hier bildet der Bagger mit dem Tiefladelastzug ein perfektes Team. Der Pritschenkipper nimmt seinen Arbeitspartner nicht nur mit zur Baustelle, sondern ist dort auch direkt als Transportfahrzeug für den Aushub des Baggers. Der Bauleiter wird später im VW Polo zur Besprechung vorbeikommen. Man sieht, die Bölling-Baustelle ist bei WIKING eine Baustelle mit Plan.

0682.05 – Magirus Deutz Betonmischer

Auf Grund der modularen Bauweise waren Baufahrzeuge der 1970er und 1980er Jahre immer schon ein beliebtes Objekt für Umbauten, oder man muss hier sagen Umsteckvarianten. Denn Pritschen und Mulden sind nur gesteckt, alleine der Betonmischeraufbau und die Hydraulikbauteile des Muldenkippers sind punktuell geklebt. Farb- und Fahrerhausaufbauten die WIKING ab Werk nicht lieferte, konnten so eigenhändig gebaut werden.

Ein solches Modell war der Magirus Eckhauber als Fahrmischer. Kaum zu glauben, aber dieses Modell gab es bislang nie in Serie. Die Mischeraufbauten waren überwiegend MAN Kurzhauber, Magirus Frontlenker und MB NG vorbehalten.

Nur in 2011 wurden die Bauteile für eine PMS-Kollektion (Edition Historica No. 18 „Magirus in Sibirien“) einmalig zusammengeführt, um die Geschichte der einst nach Sibirien exportierten Vorbildfahrzeuge nachzuerzählen. Seitdem ist der 290 D 26 nicht wieder in dieser Form erschienen.

Mit der cremeweißen Farbgebung der Aufbauten und dem verkehrsroten Fahrgestell erinnert das Modell zunächst an die frühen Pritschenkipper im Programm der 1970er Jahre. Die verkehrsroten Streifen auf der Mischertrommel empfinden zeitgenössische Fahrzeuggestaltungen nach. Eine wasserblaue Farbgebung passend zu den bisherigen Youngtimer-Baufahrzeugen ist durchaus denkbar und wünschenswert. Denn in der jetzigen Farb- und Gestaltungslinie ist der Magirus gewollt erstmal ein für sich stehendes Einzelmodell.

Auf ein Retroelement der 70er verzichtet man bei WIKING nicht: den mit Papieraufkleber gestalteten Grill. Auf dem schwarzen Papier sind das Magirus-Logo und der Magirus-Deutz-Schriftzug sind silbern aufgedruckt.

Gegenüber den früheren Modellen wurde das Modell dann aber mit ein paar Drucken verfeinert, und setzt sich damit klar von den sehr einfach gestalteten Modellen der 70er ab. Der Betrachter findet schwarz abgesetzte Kotflügelkanten und Trittkanten vor. Interessant ist, dass WIKING wie bei den meisten einstigen Modellen auf die Silberung der Scheinwerfer per Hand verzichtet. Die verkehrsroten 10-Loch-Felgen machen das Modell zusätzlich vorbildgerechter.

In Summe ist ein schöner neuer Baufahrzeugklassiker aus gekannten Bauteilen entstanden, bei dem man sich fragt: warum nicht schon früher? Und bei dem man sagt: gerne mal wieder!

 

0534.03 – MB 1620 Chemikaliensattelzug „Walhalla Kalk“

Zwei die begeistern. Der Chemikalientankauflieger und die Mercedes-Benz Zugmaschine mit kubischer Kabine liegen vielen Sammlern am Herzen. Die Sattel- und Lastzüge mit dem Mercedes LKW der 1960er-Jahre erfreuen sich stets großer Beliebtheit und sind überwiegend schnell ausverkauft.

In dieser Kombination gab es erst im November 2018 ein ähnliches Sondermodell – auch schon mit Werkzeugkiste hinter dem Fahrerhaus – bei ModellCarService (0534.53). In den Farben der Firma Fritz Schott fuhr der Sattelzug Silo-Zement.

Nun folgt das Serienmodell im Farbgewandt der Firma Walhalla Kalk aus Regensburg als Neuheit. Als Neuheit? Ja, denn im Serienprogramm gab es auch dieses Modell in dieser Kombination noch nie. Denn etwas ist neu wieder da. Die chromoxidgrüne Werkzeugkiste hinter dem Fahrerhaus. 1969 und 1970 war der Sattelzug ohne die Werkzeugkiste kurzzeitig im Programm, die Tanks mit WM-Logo.

Die Formenarchivierung und -sichtung hat einige kleine Bauteile wieder zu Tage gefördert, die nach und nach in das Produktionsportfolio aufgenommen werden. Ein Detailbauteil, welches in Zukunft sicher viele Fahrgestelle hinter dem Fahrerhaus bereichern wird. Denn oft ist da noch Platz zwischen Sattelpfanne und Fahrerhaus der sinnvoll gefüllt werden kann.

Zum Siloauflieger passt die Kiste perfekt, wie einst an den Pullman-Zugmaschinen schon genutzt. Denn da braucht es für die Technik am Auflieger schon mal ab und an einen Schraubenschlüssel. Hinter der grauweißen Kabine ist diese auf das Fahrgestell aufgeklebt.

Das schlichte Farbschema in grauweiß, schilfgrün und chromoxidgrün von der Firma Walhalla Kalk kennen die WIKING Sammler bereits seit 2016 vom Krupp SF 380 Pritschensattelzug. Jetzt werden anstelle von Sackware lose Stäube transportiert.

Zu ihrer Zeit dürften sich die beiden Lastwagen auf dem Firmengelände ebenso begegnet sein, wie die Modelle heute vor der Kameralinse. Der bei beiden Modellen im gleichen Umfang vorgenommene Druck an Zierlinien, die Bemalung der Scheinwerfer und der silbern gerahmte Grill verstärken das Bild des passenden Duos. Wie beim Krupp sind die Chassis schilfgrün angelegt. Die Firmenschriftzüge im dezenten Mausgrau sind hier auf Silos und Fahrerhaus aufgebracht, das „Walhalla Kalk“-Logo in chromoxidgrün.

 

Zum Duo passt übrigens der gleichfarbig gestaltete Betonmischer auf MB 1620 Fahrgestell (0682.03), der im Beitrag zum Magirus Betonmischer zu sehen ist. Das Betonmischer-Modell ist werkseitig allerdings schon vergriffen.