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WIKING NEUHEITEN JUNI 2018 _ MAN F7/F8

Ein kleines Bauteil mit großer Wirkung. Waren es bei anderen Modellen fehlende oder defekte Formen für die Verglasung für die Revitalisierung, ist es bei den MAN F7/F8 Nahverkehrskabinen eine Art fehlende Schnittstelle, um an die Bauteile aus Peltzers Formbaukasten andocken zu können.

Das kleine Fahrerhaus der MAN-Baureihen kam bislang nur auf dem passenden Nahverkehrsfahrgestell (0424, 0550, 0551) zum Einsatz. Mit Pritschenaufbau und Plane oder Kofferaufbau für Posttransporte. Der Einsatzrahmen war bauteilbedingt eher beschränkt. Denn am Fahrgestell sind Kabinenhalterungen und Stoßstange integriert, so dass die Kabine nur hier passend aufgesetzt werden konnte.

Um die Kabine mit Einrichtung und Verglasung auch auf andern Fahrgestellen nutzen zu können, hat WIKING nun den „Dongel“ hergestellt. Damit sind zahlreiche weitere Einsatzmöglichkeiten für die Nahverkehrskabine in Verbindung mit dem Fahrgestell- und Aufbaufundus von WIKING entstanden. Einige davon wurden schon in Nürnberg auf der Spielwarenmesse gezeigt. Zwei davon ziehen mit den Juni-Neuheiten in das Programm ein.

Das hier noch viel mehr Potential für Varianten ist, weiß der erfahrene WIKING-Sammler. Und die, die damals fleißig umgebaut haben, wissen es noch viel mehr. Denn wer wünschte sich nicht das MAN-Fahrerhaus vor dem Hinterkipper, wie es der örtliche Bauunternehmer im Vorbild fuhr? Oder als Betonmischer. Seien wir geduldig, auch wenn die ersten Varianten, die in der letzten Juni-Woche in den Handel kommen, Lust auf viel mehr machen.

0673.07 MAN Hochbordkipper – wasserblau/rot

Begonnen wird die Reihe der Baufahrzeuge mit MAN Fahrerhaus mit dem Hochbordkipper. Auf dem bewährten 3-achsigen rotem Fahrgestell ruhen die wasserblauen Aufbauten, so dass die Flotte aus gleichfarbigen Fahrzeugen weiterwächst.

Aus dem heutigen Straßenbild sind die einst von Saviem zugekauften bzw. in Lizenz von MAN gebauten Fahrerhäuser fast vollständig verschwunden. Die in Kooperation mit Saviem gebauten Lastwagen waren das Ergebnis eines umfangreichen Bauteil-, Getriebe- und Motorentransfers zwischen den Unternehmen. Saviem, später Renault, profitierte von Motoren-, Getriebetechnik und Kurzhauberkabinen, während MAN mit neuen Frontlenkerkabinen die Modellpalette modernisieren konnte. Die Fahrerhäuser wurden jedoch nicht nur als Saviem oder MAN gebaut, sondern fanden sich u.a. als Lizenzbauten auch in Österreich als ÖAF oder in Rumänien als ROMAN.

Im harten Baustellenbetrieb haben nur wenige Exemplare überlebt. Das nun für die wasserblaue Flotte geschaffene Modell zeichnet die Epoche der Baufahrzeuge mit MAN Kabinen passend nach. In den 1970er-Jahren gab es neben den Kurzhaubern von MAN und Magirus nur den Mercedes als Frontlenker für die Sammler und Modellbahnen zu kaufen. Der MAN hätte auch damals schon gut in das Programm gepasst.

Nun wird die revitalisierte Kabine mit der oxidroten Inneneinrichtung und der Verglasung mittels des neuen Bauteiles auf dem Fahrgestell aufgesetzt. Beim Vergleich mit der Kabinenbasis der Pritschenlastwagen fällt auf, dass diese Kabinensockel sich in Grundzügen ähneln, WIKING mit dem neuen Bauteil aber mehr Funktionen erfüllen muss. Wie vorher ist das Bauteil Basis für die eingesetzte Inneneinrichtung und fixiert die Verglasung. Neben den Befestigungspunkten am Fahrgestell und den Abstandhaltern für die Vorderachse bringt die Kabinenbasis nun auch die Stoßstange mit. Nun mit eckigen Scheinwerfern, die silbern bemalt sind.

Der Kühlergrill ist nicht mehr Bestandteil der Basis, wie es noch bei den Pritschenwagen der Fall war. Dafür hat die Basis zwei Aufnahmen für den eingesetzten, roten Kühlergrill. Das macht es WIKING möglich die kleine Kabine mit unterschiedlichen Grillvarianten auszustatten. Das Bauteil Kühlergrill wird über zwei Zapfen in die Aufnahmen eingesteckt. So lässt sich eine sehr frühe Variante mit senkrechter Grillstruktur wie beim folgend beschriebenen Pritschensattelzug „Mäuler“ oder auch wie in diesem Fall mit Büssing-Löwe im Grill. Auch andere Kühlergrillvarianten und Bedruckungen wären umsetzbar.

Zum silbern gerahmten Grill kommen seitliche Lüftungsgitter, die silbern aufgedruckt sind. Eine Zwischenvariante in der Vielfalt der Kabinenbauform, für die sich auch Bilder im Internet finden lassen. Auf dem Baufahrzeugfahrgestell baut die Kabine etwas höher auf, als es bei der Sattelzugmaschine der Fall ist. Die Stoßstange rückt damit höher, was vporbildgerecht für mehr Bodenfreiheit beim Baufahrzeug sorgt. Betrachtet man sich das Modell alleine, oder auch im Kreise der Kurzhauber MAN von WIKING , kommt man zu dem Schluss: ja, es passt. Und er hat gefehlt. Schön, dass es diese Variante mit kurzem Frontlenkerfahrerhaus bei den Baufahrzeuge nun möglich ist. 

 

 

0515.02 MAN F7 Pritschensattelzug „Mäuler“

Auch das zweite für diese Neuheitenauslieferung geschaffene Modell mit den neuen Bauteilen ist ein Fahrzeug mit heutigem Seltenheitswert.

An ein Vorbildfahrzeug der Spedition Mäuler angelehnt, zeichnet der MAN die Geschichte des Güternahverkehrs der frühen 1970er-Jahre nach. Die Fahrzeuge der Spedition waren schon häufiger Vorbild für WIKING Modelle. Dieses ist im Stückgut-Nahverkehr unterwegs gewesen, und verband den Standort Remscheid – in dem bis heute Automobilzulieferer tätig sind – mit dem Süden Deutschlands. So verkündet es die seitliche Aufschrift „Stückgut Schnelldienst Süddeutschland“ auf der basaltgrauen Plane des feuerroten Stahlpritschen-Aufliegers, der natürlich entgegen der Ankündigung auf dem Neuheitenblatt eine Stütze bekommen hat. Der Teiletransport erfolgt wie heute noch üblich in Leihkisten und Behältern, zurück gehen in diesen die Retouren oder es erfolgt eine Leerrückführung.    

Der Auflieger ruht auf dem 2-achsigen Zugmaschinenfahrgestell mit integrierter Rücklichtleiste. Das in den 1970er-Jahren umgebaute Fahrgestell stammt noch vom Henschel HS 14, durch die Modifikationen wurde es für die Aufnahme der neuen Aufliegergeneration der 1970er einsetzbar gemacht. Darauf wird das neue Verbindungsbauteil mit eingesetztem Grill aufgesetzt.

Letzterer entstammt ebenfalls neuen Formen und bildet die frühe Bauform der MAN-Kabinen mit senkrechten Lüftergittern nach.  Als „MAN Diesel“ geht der feuerrote Lastwagen auf die Reise, der entsprechende Schriftzug ist im silbern gerahmten Kühlergrill bedruckt. Die Scheinwerfer sind bemalt.

Die Kabine ist zusätzlich mit Schriftzügen der Spedition bedruckt. Die Türen tragen den weißen Aufdruck „Behälter- und Leihkistendienst“, die Front den mit schwarzem Schatten versehenen Druck „Gustav Mäuler“. Wie am Auflieger sind Fahrgestell und Kühlergrill oxidrot ausgeführt. Vorne lenkt der MAN auf Trilexfelge, ein Reserverad mit gleicher Felge ist hinter der Kabinenrückwand angebracht.

Farblich passende Behälter in feuerrot und oxidrot für die Beladung bietet WIKING mit der Neuheitenauslieferung als Zubehör (0018.19) an. Dann kann der Sattelzug auf die Tagestour gehen, und im Nahverkehr seine Dienste leisten. Aber auch für die anderen Fahrzeuge aus der Mäuler-Flotte von MB 6600 bis Pausbacke ist das Set eine passende Ergänzung.