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WIKING NEUHEITEN OKTOBER 2020

0047.02 – NSU K70

Ende der 1960er-Jahre stand Volkswagen vor einer schwierigen Aufgabe. Der VW Typ 1, der Käfer, war wenig zeitgemäß. Die Kunden anspruchsvoller als noch 10 Jahre zuvor. Der Typ 3 in die Jahre gekommen, der große viertürige VW Typ 4 schon mit der Vorstellung 1968 nicht mehr State oft the Art. Luftgekühlter Heckmotor garniert mit barocker Karosserie, da machten auch modernere Federbeine vorne und der Halbschräglenker hinten keinen Stich mehr. Die Konkurrenz fuhr VW in der Mittelklasse davon.

Audi löste sich gerade endgültig vom DKW Zweitakter-Image, da konnte VW durch die Fusion von NSU mit Audi-Konzern weitere Produktions- und Wissenskapazitäten zukaufen. Als Stiefkind dieser Ehe fiel VW der fertig entwickelte NSU K70 in die Hände.

Ein sachlich gezeichneter 4-Türer mit Frontmotor, Wasserkühlung und modernerer Federung. Mit Kolbenreihenmotor – daher das K im Namen – statt Boxermotor. Die Blaupause für die künftige VW-Generation. Ein Paradigmenwechsel der bisherigen Autokonstruktion bei Volkswagen. 

Ein schöner Name blieb dem K70 vorenthalten. Intern Typ 48 genannt, behielt er den technokratischen Namen von NSU und kam damit sachlich wie ein Erprobungsfahrzeug in ein heckgetriebenes VW Programm. Er war ein Sonderling im eigenen Haus. Wahlweise zu brav, konservativ oder auch zu spritschluckend im Vergleich mit der Konkurrenz aus Rüsselsheim und Köln oder gar aus den europäischen Nachbarländern.

Der Erfolg blieb aus, nur rund 211.000 Einheiten wurden gebaut. Selbst der zeitgleich gebaute 411 und 412 war erfolgreicher – doch auch der blieb mit rund 400.000 Einheiten weit hinter den Erwartungen zurück.   

Der K70 sollte aber das wegweisende Brückenfahrzeug zur VW-Generation der 70er-Jahre werden. Denn erst Mitte der 70er kam die große Modelloffensive mit Golf, Scirocco, dem auf dem Audi 80 basierenden Passat und dem von Audi 50 abgeleiteten Polo. Die Kundschaft wurde mit ihm sozusagen auf die neue Zeit vorbereitet und eingestimmt.

Auch WIKING bildete das neue Fahrzeug schnell im Programm nach. Schon 1971 hielt der K70 Einzug – natürlich als VW. Um den feingerillten schwarzen Kunststoffgrill nachbilden zu können, wurde die Front glatt gestaltet und mit einem Papieraufkleber versehen. Scheinwerfer, Logo und Zierlinie wurden silbern aufgedruckt. Eine Konstruktion, die dem K70 im Laufe seines Modelllebens noch die ein oder andere Variante ermöglichen sollte.

Ende 1974 lief die Produktion des Vorbildes aus, bei WIKING durfte er bis 1976 bleiben. Die Einrichtung wurde noch auf ein integriertes Lenkrad umgestellt, dann musste er Platz machen für Golf und Passat. Interessant: der Typ 4 durfte bis 1979 bleiben. Der 411 war anscheinend auch als Modell beliebter als der K70, vielleicht auch wegen des Zughakens?  

 

 

Nach Wiederauflagen als Klassiker für VW ab 1994 kehrte er 2008 das erste Mal zurück ins Serienprogramm. Mit Detaildrucken, lackierter Karosserie und geänderter Bodenprägung kam er zu neuen Ehren. Zunächst mit eckigen Scheinwerfern, dann 2010 auch als LS mit Doppelscheinwerfern. Der Papiergrill macht die Verwandlung möglich.

Sogar eine schwarze Taxi-Version gab es ab 2009 in Serie und eine elfenbeinfarbene 2018 für den PMS. Damit bringt es der K70 als Oldtimer zu mehr Varianten als zur Produktionszeit des Vorbildes.

 

 

Nun nutzt WIKING den Papiergrill für eine weitere Variante, die so nie offiziell im Straßenverkehr zu finden war. Der VW wird zum gelborangen Versuchsfahrzeug und Prototyp NSU K70. Die Mittelklasselimousine sollte eigentlich zwischen den NSU Prinz und Ro 80 Modellen platziert werden. 1969 noch als NSU vorgestellt, erscheint er dann 1970 als VW. Als NSU gab es im Grill kein Markenzeichen und keine Zierlinie. Der Grill wirkt leer zwischen den Scheinwerfern. Damit schmückte er sich erst als VW. Das NSU-Emblem trug er auf der Haube, WIKING hat dies im Modell drucktechnisch umgesetzt. Ebenso den silbernen Heckschriftzug K70 zwischen Kennzeichen und rechtem Rücklicht.  

 

 

Die Rücklichter sind wie an dem vorhergehenden Serienmodell des VW K70 mehrfarbig bedruckt und silbern gerahmt. Die Blinker vorne sind orange bemalt. Scheibenrahmen und Türgriffe sind fein silbern bedruckt. Die gelborange Karosserie ruht auf einem silbern durchgefärbten Chassis, wobei die Stoßstangen zur Nachbildung der Gummileiste schwarz bedruckt sind. Die Reifen sind auf den silbernen Standardfelgen aufgezogen.

Der zeitgemäß orange NSU K70 bittet um Platz in der Vitrine. Gerne, denn so kann man die Modellhistorie des VW K70 sehr schön nachempfinden. Eigentlich müsste das Modell auf dem Foto unten chronologisch links stehen, wenn man die Vorbilder betrachtet. In der WIKING-Historie steht er rechts richtig. Links das erste Serienmodell, daneben die Neuauflage von 1999 in goldmetallic für VW als Werbemodell, Serienmodelle in resedagün von 2008 und 2010 in marathonblaumetallic mit Doppelscheinwerfern. Ergänzt um den Prototypen – eine schöne Idee und gute Umsetzung des Wegbereiters.

 

  


 


 

0673.09 – MB LPK 2223 Hochbordkipper

Manche Dinge kann man irgendwie passend machen, andere eben nicht. Mit aufgesetztem Betonmischeraufbau ließ sich der MB 1620 auf einem Sattelzugfahrgestell zum Baufahrzeug umfunktionieren. Das sieht gut aus, nur sieht der Formbaukasten diese Kombination eigentlich nicht vor. Der Betonmischeraufbau ist für die standardisierten Baufahrzeugfahrgestelle konzipiert. Das hatte WIKING für die kubische Kabine bislang nicht. So waren Kipperaufbauten folglich gar nicht umsetzbar. Denn die Aufnahmen für die Kipphaken fehlen am Sattelzugfahrgestell.

Nun hat WIKING das Fahrgestell für die Baufahrzeugaufbauten in Kombination mit der kubischen Kabine fertig gestellt. Und zur Premiere rollt das neue Baufahrzeug auch direkt mit neuem Grill vor. 

Als erste Farbgebung hat WIKING das vom Betonmischer bekannte Azurblau gewählt. Das Fahrgstell und die Felgen sind oxidrot. Die Rückleuchten sind bemalt. Der neue Grill, der für die Baujahre ab 1966 eingesetzt werden kann, ist silbern gerahmt und der Stern inklusive Zierlinie silbern bedruckt. Die Scheinwerfer in der Stoßstange bleiben unverändert und wurden gesilbert.

Im direkten Vergleich mit dem azurblauen Betonmischer (0682.06) lassen sich die beiden Grillvarianten betrachten. Die Kabine kann künftig mit diesen zwei Grillarten ausgestattet werden. Links für die Baujahre ab 1966, rechte Variante für die Fahrzeuge ab 1963.

Um die anderen Pritschenvarianten aufnehmen zu können, wurde das Fahrgestell entsprechend den bisherigen Standardfahrgestellen mit den Aufnahmepunkten und Vertiefungen ausgestattet. Damit können die Flachpritsche, die Hochbordpritsche wie am neuen Modell, die große Mulde sowie die Absetzmulde montiert werden, siehe Foto unten.

 

An der Oberseite entspricht das Modell in etwa dem Standardfahrgestell aus den 1970er-Jahren. An der Unterseite ist es aber etwas detaillierter ausgeführt. Nicht auf dem heute möglichen Stand der Detaillierung, sondern angelehnt an die Formsprache der der klassischen WIKING-Modelle. So fügt sich das Modell gut in die Reihe der Baufahrzeuge aus den 70er-, 80er-Jahren und den heutigen Neuauflagen ein. 

 

Die Rücklichtstange ist selbstverständlich so konstruiert, dass die Absetzmulde vorbildgerecht abgesetzt werden kann. Beispielhaft wurde der Muldenaufsatz auf dem Fahrgestell montiert, um weitere Einsatzmöglichkeiten aufzuzeigen. Mit dem neuen Fahrgestell und der neuen Grillvariante sind diverse Varianten von Baufahrzeugen der 1960er-Jahre und frühen 70er-Jahre umsetzbar.

Neue Betonmischervarianten werden nun mit dem neuen Fahrgestell erscheinen, und so noch vorbildgerechter wirken. Das Modell aus dem letzten Jahr bildet zusammen mit dem neuen Pritschenkipper ein schönes Farbduo.

0503.05 – Magirus Tiefladesattelzug

Die Kabine des Magirus Eckhauber war bisher, wie bis 2016 die des MAN Kurzhaubers, an das dafür vorgesehene Baufahrzeugfahrgestell gebunden. Jetzt spendiert man dem klassischen Haubenlastwagen auch ein Sattelzugfahrgestell. Das Premierenmodell ist ein Schwerlastsattelzug im Firmenkleid der Firma Magirus.

Die Scheinwerfer an der Zugmaschine sind silbern bemalt. Hauben- und Türgriffe sind schwarz bedruckt. Die Türen selber tragen ein weißes Logo von Magirus. Der schwarze Grill hat ein silbernes Logo erhalten. Der bedruckte oder auch mit Papier beklebte Grill kann diverse Schriftzüge tragen. Auch Iveco-Schriftzug oder UNIC-Schriftzüge wären möglich. Auch an dieser Stelle viele Varianten möglich. Die erste ist nun aber ein Magirus mit dem schon vielfach eingesetzten Tiefladeauflieger. 

Die Rückleuchten sind rot bemalt. Auf der Pritsche bringt er eine Holzkiste mit. Diese ist beidseitig mit einem Motorenfoto und Magirus Deutz beschriftet. Die kiste wirkt farblich gealtert, ist jedoch marmoriert. Das wird durch die Verwendung eines Kunststoffgemischs erreicht.

Damit wirkt die Kiste tatsächlich hölzern. Auch die Pritschenfläche hat dieses Ausführung erhalten. Durch die fehlende, geprägte Brettstruktur ist der Effekt bei abgenommener Kiste aber nicht so treffend wie bei der Holzkiste. Bei aufgesetzter Kiste im Randbereich aber eine sehr schöne Gestaltungsvariante, die es bisher nicht gab. Und dazu ist jedes Modell ein Unikat, weil jede Marmorierung einzigartig ist. 

Wie beim MAN Kurzhauber kann nun auch der Magirus vielfältig mit Aufliegern aus dem Formenfundus kombiniert werden. Als Hinterkippersattelzug kann er wiederum die Baufahrzeugflotten ergänzen. Aber auch mit Koffer-, Pritschen- und Tankaufliegern kann es weitergehen. Das Fahrgestell ist so konstruiert, dass alle Aufliegerarten verwendet werden können, hier beispielhaft ein Hinterkipperauflieger.

 

Das Fahrgestell ist dabei so konzipiert, dass es die bereits 1974 erschaffene Kabine wie das Baufahrgestell aufnimmt. Das heißt, die Stoßstange ist in das Fahrgestell integriert. Das Chassis besteht aus zwei Teilen, die Achsen werden durch eine Klemmplatte gehalten. Also relativ simpel, wie bei den anderen bekannten Fahrgestellen der 70er- und 80er-Jahre.

 

          

Am Fahrgestell ist der Achsabstand so gewählt, dass auch hier die Ballastpritsche aufgesattelt werden kann. Damit lassen sich auch Schwerlastzüge, hier beispielhaft mit Schwarzbau-Pritsche und mit zusätzlichen Dolly (nicht im Lieferumfang enthalten) dargestellt. Wie man sieht, ein neues Fahrgestell bietet zusammen mit dem Formenfundus und unterschiedlichen Grillbedruckungen unendliche Möglichkeiten.

 

 


 


 

0543.02 – MB LPS 2232 Kühlkoffersattelzug

Auch für die großen kubischen Kabinen wird es künftig einen feingerillten neuen Kühlergrill geben. Damit lassen sich bei Fern- und Nahverkehrskabine nun auch Baujahre ab 1966 darstellen. Der Wunsch für die Umsetzung war vielfach an WIKING herangetragen worden. Bei der Umsetzung von Vorbildern kann jetzt auf den passenden zeitgenössichen Grill zurückgegriffen werden. Änderungen an Dach, Scheinwerfern oder Stoßstange, wie sie am Vorbild zusätzlich vorgenommern wurden, wird es aber auf Grund des Aufwandes im Formbau nicht geben.

So ist auf den ersten Blick auch alles beim Alten, wenn man den neuen Sattelzug in der Verpackung sieht. Fahrgestell der Zugmaschine, Kabine und Räder sind unverändert. Erst beim Auspacken fällt der große Stern im Grill ins Auge. Der ist silbern bedruckt, ebenso der feine Rahmen um den Grill. Die Scheinwerfer sind silbern bemalt.

 

Im Vergleich mit dem Altmodell aus den späten 70er-Jahren – noch ohne Scheibenwischer – fällt die Änderung optisch noch deutlicher aus. Dünnerer Rahmen, großer Stern, andere Grillstrukturierung. Erstaunlich, wie anders solch eine kleine Änderung sowie Bedruckung und Bemalung ein Modell wirken lassen.  

 

Für den ersten Einsatz mit neuem Grill hat WIKING für den großen Kubischen die Spedition Transthermos ausgesucht. Das Speditionsthema bekommt damit Nachschub. Nach einem Sattelzug mit Magirus Zugmaschine (0528.49) und einem Hanomag-Henschel Lastzug (0440.01) ist jetzt ein Mercedes-Benz vorgespannt.

 

Der Kühlkofferauflieger verfügt selbstredend über ein Kühlaggregat an der Stirnseite. Für ein besseres Druckbild wurden die Koffertüren geschlossen als ein Formteil eingesetzt. Der Auflieger hat das zweiachsige Fahrgestell mit eckigen Kotflügeln erhalten und das Chassis mit Unterfahrschutz. Das Vorbild muss also bis Ende der 70er-Jahre unterwegs gewesen sein.

 

Weiß und helles Azurblau sind die Farben der Spedition Transthermos. Die weißen Aufbauten wurden azurblau hell bedruckt, Firmenschriftzüge und Logos sind vierseitig aufgebracht. Karminrot hebt sich der Schriftzug „Kühlverkehr“ zwischen Logo und Standortnennungen auf dem Auflieger ab. Der Sattelzug übernimmt damit das Farb- und Druckbild der beiden werkseitig vergriffenen Vorgängermodelle. Es ist zu erwarten, dass der Benz mit dem großen Stern im Grill an den Erfolg anknüpft.