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Zu Gast im … Modellautomuseum Bernau

Nach einem gelegentlichen Probelauf zwischen Dezember 2018 und April 2019 war es am 13.04.2019 endlich soweit. Das neue Modellautomuseum in Bernau öffnete offiziell die Türen für die modellautobegeisterten Sammler und geladenen Gäste. Damit ging für den leidenschaftlichen Modellauto- und WIKING-Sammler Thomas Schneider ein lang gehegter Traum in Erfüllung. Bis dahin hat er mit Herzblut die Vitrinen bestückt, gestaltet und Modelle für die Ausstellung ausgewählt.

Um Punkt 13 Uhr wird die offizielle Eröffnung mit Böllerschüssen der anwesenden Schützen eingeleitet. Die versammelten Besucher, darunter rund 80 eingeladene Sammler, werden im Anschluss im Festzelt durch den Bürgermeister begrüßt. Schnell wird klar, hier hat Thomas Schneider für den Ort und die Region mit dem Museum etwas ganz besonderes geschaffen, dessen man sich in Bernau sehr bewusst ist. Hörbar bewegt begrüßt Thomas Schneider danach die Gäste aus der Region, die Baubeteiligten und die aus ganz Deutschland und der Schweiz angereisten Sammler.

Es ist für ihn ein großer Tag. Lang hat er an diesem Traum gearbeitet, viel investiert und zur nachhaltigen Sicherung der Bestände seine Sammlung und mehr in eine Stiftung überführt. Damit bleibt der Nachwelt seine umfangreiche Sammlung in Gänze erhalten.  

Wie komplex es ist, ein eigenes Museum auf die Beine zu stellen, kann man seinen Erzählungen und der Rede zur offiziellen Eröffnung entnehmen. Gespräche mit Banken, die Auflagen der Versicherung zu baulichen und technischen Sicherungsmaßnahmen. Der Baugrund, der besondere Gründungsmaßnahmen erfordert. Dabei die Kosten und das Ziel nicht aus den Augen verlieren.

Auch der alte Steyr war zu Gast. Im Hintergrund das Festzelt am Sonntag. Auf Grund der Persönlichkeitsrechte am Bild ohne Besucher, die sich wegen der frischen Temperaturen im Museum oder auf Grund des hervorragenden Weißwurst-Frühstücks mit Livemusik im Zelt aufhalten.

Mit dem richtigen Maß hat sich Thomas Schneider den Traum erfüllt, den viele Sammler träumen. Ein Haus rund um die eigene Sammlung, ein Museum für die Modelle, die man in den letzten Jahren und Jahrzehnten zusammengetragen hat. Bei Thomas Schneider sind es mittlerweile 50 Jahre, in denen er an rund 20.000 Automodellen, Spielzeug aller Art und zu den Themen passenden Dingen nicht vorbeigehen konnte. Das Herz der Sammlung bilden die WIKING-Modelle. Im Museum flankiert von Siku und Schuco Automodellen sowie Spielzeug und Modellbahnzubehör anderer Hersteller.

Das Museum für all diese Exponate ist am Ende kleiner geworden, als ursprünglich ganz am Anfang  gedacht. Und doch hat es die richtige Größe. Die Detailmenge ist enorm, die es in den Vitrinen zu entdecken gibt. Und Thomas Schneider hat das gut dosiert.

Der Modellauto-Laie erfreut sich wie der Sammler an der Zusammenstellung der Modelle, der Kombination mit Häusern und themenbezogenen Ausstellungsstücken. Feuerwehr, Landwirtschaft, Baufahrzeuge. Straßenszenen, Schwebebahn und Wilder Westen. Für jeden Geschmack und Interesse ist etwas dabei, was einen anspricht. Der versierte Sammler wird länger verweilen. Und für den gibt es noch mehr zu entdecken. Denn beim zweiten, dritten Blick in die Vitrine entdeckt der WIKING – Sammler immer wieder neue Feinheiten. Handmuster, Vorserien, seltene Modellausführungen und Farben.

Für Kinder (und große Kinder) gibt es in der Mitte der Museumshalle eine SIKU Rennstrecke, auf dem jeder Besucher seine Fahrkünste mit ferngesteuerten SIKU Racing-Modellen unter Beweis stellen kann.

Blick in die Museumshalle. Zahlreiche Vitrinen beherbergen einen Teil der Stiftungs-Sammlung. Liebevoll in kleinen Dioramen arrangiert.

Und wie beschreibt man etwas, was man gesehen haben muss? Wie lassen sich die vielen Eindrücke, die vielen Fotos in einen Bericht zusammenfassen? Sicher gar nicht, das muss man vorwegschicken.  Der nachfolgende Teil des Berichtes ist am Ende nur ein kleiner Auszug dessen, was es im Museum zu entdecken gibt. Aus über 200 Bildern, die selbst nicht jedes Detail zeigen, ist die kleine Auswahl entstanden. Diese sollen den Anreiz für einen eigenen Besuch unterstützen und ein paar Eindrücke des neuen Modellautomuseums in Bernau am Chiemsee vermitteln.

So wie man es auf dem Bild oben sehen kann, kam es an den beiden Eröffnungstagen immer wieder zu Sammlergesprächen und Fachsimpeleien über die ausgestellten Modelle und die Sammelthemen. Gespräche, die in abendlicher Runde vertieft wurden. Es war so auch ein großes Sammlertreffen, zu dem Thomas Schneider geladen hat. Viele, die man lange nicht, nur einmal im Jahr oder viel zu selten gesehen hat kamen zusammen. Und viele, die sich nur virtuell aus Foren, Email-Kontakten oder Erzählungen kannten, trafen hier das erste Mal real aufeinander. Ein wunderbarer Nebeneffekt dieser Museumeröffnung.  

Am Eingang begrüsst die Sammler in der ersten Vitrine die WIKING-Villa zusammen mit einer Auswahl an Modellen und Druckwerken, die in der Peltzer-Ära entstanden sind. Diese Auswahl zeigt einfach wie beindruckend die Schaffenstiefe des Firmengründers. 

Daneben hat auch der sehr gut gemachte Zeitstrahl einen Platz gefunden, den die wikingsammler einst erstellt haben. Hier wird den Besuchern, die nicht in aller Tiefe mit der Historie der Firma WIKING vertraut sind, anschaulich ein guter Einstieg in das Thema gegeben. 

Wobei die Sammlung nicht mit dem Ende der Peltzer-Ära aufhört. Aktuelle Modelle stehen ganz selbstverständlich neben historischen Artgenossen. Thomas Schneider kombiniert die Modelle völlig frei von Erscheinungsdaten rein nach Baujahren der Vorbilder, thematisch oder auch nach Markenzugehörigkeit.

Das lässt den weniger versierten Besuchern natürlich schwer erkennen, was tatsächlich alt und besonders wertvoll ist, und was aus neuen Formen kommt. Der äußert seltene Thyssen steht unauffällig neben vergleichswiese preiswerten Schwestermodellen aus der Serie, „Vorserien“-Modelle neben „Massenmodellen“ der 80er und auch Umbauten finden sich in den Vitrinen wieder.

Alles lässt sich auf Grund der Fülle nicht textlich beschreiben. Aber eine noch folgende Beschriftung und Erläuterung in den Vitrinen soll da in Kürze Abhilfe schaffen und die Exponate den Besucher ein wenig erklären und näher bringen. Ein Detail, welches selbst von Sammlern auch in der SIKU // WIKING Modellwelt vermisst wird. Denn nicht jedes Modell ist auf Grund der Vielzahl der in den fast 90 Jahren Firmengeschichte produzierten Modelle selbsterklärend.

 

Nahaufnahme der WIKING Villa, Unter den Eichen 101, Berlin.
Die Rennstrecke zeigt eindrucksvoll, wie man Modelle vieler Produktionsepochen kombinieren kann. Straßenbauplatten, Serienmodelle und PMS-Modelle aus aktueller Produktion zusammen mit alten Modellen und einmaligen Modellen.
Mercedes-Benz Werbepackungen

 

Werbemodell multilift, Modelle mit Rivarossi-Verpackung. Motorräder mit Beiwagen und mehr.
Trink Milch, jeden Tag – Milch ist gesund.

Die Dioramen werden mit Häusern von Faller, VauPe oder z.B. seltenen Spittaler Häusern bereichert.

 

Ü-Ei Nachbauten – fast komplett.

Ein Bett im Kornfeld.

 

Diorama „Wuppertaler Schwebebahn“

 

 

Im Bier steckt die Würze, im Spiel ein WIKING-Modell.

 

Druckplatten für Schilderaufkleber

 

Holzmuster US-Limousine & Figuren

 

Arche mit Figuren

Vitrinen mit Schiffsmodellen von WIKING und anderen Herstellern.
Schifffahrt nach New York.

 

Zeitreise. Auch einen nachempfundenen Spielwarenladen findet man im Museum – mit vielfältigem Sortiment. Der Händler hält auch die aktuellen WIKING-Modelle im Verkaufsständer zur Ansicht und zum Kauf bereit.

 

Es gibt zahlreiche Siku Plastik Modelle und Metallmodelle zu besichtigen. Modelle, die ich zum Teil noch nie gesehen habe.

 

 

Wilder Westen inklusive. Egger Bahn mit Westernstadt.

Wie schon geschrieben, die Bilder zeigen nur eine Bruchteil der Ausstellung und Exponate. Es gibt nicht nur alte, seltene und außergewöhnliche WIKING-Modelle zu sehen. Unter den rund 20.000 möglichen Exponaten für die Ausstellung befinden sich z.B. auch besondere Märklin-, Schuco- oder Siku-Modelle. Dazu Gebäude, Blechspielzeug und sogar Puppen. Auf den ca. 170 m²  Ausstellungsfläche wird es in den nächsten Jahren immer wieder neue alte Schätze zu entdecken geben. Denn alle Exponate der Stiftungssammlung lassen sich in der gewählten Präsentationsform gar nicht auf einmal zeigen. So wird es laut Betreiber immer wieder wechselnde Ausstellungen, teils auch mit Leihgaben anderer Sammler, geben.

Wer diese verpasst, muss sich nicht sorgen. Dann auch hier denkt Thomas Schneider nachhaltig. Er plant einen Fotografen damit zu beauftragen die jeweiligen Ausstellungen für die Nachwelt festzuhalten, und die Bilder in einem Museumsbildband jeweils zu verewigen. Anreiz zum Mehrfachbesuch sollen aber nicht nur die Wechselausstellungen geben, sondern auch gelegentlich erscheinende WIKING-Sondermodelle. Diese sind dann nur im Museum erhältlich. Das zweite Modell soll noch in diesem Herbst folgen. Solange der Vorrat reicht bekommt jeder Besucher bei Interesse noch das oben gezeigte Eröffnungsmodell beim Kauf der Eintrittkarte geschenkt.

Lust auf einen Besuch bekommen? Auf der Durchreise, Sommer- oder Winterurlaub in der Region? Das Museum ist einen Besuch wert. Weitere Informationen zum Museum, Öffnungszeiten und Anreisemöglichkeiten findet man auf der  Homepage des Museums.

Übernachtungsmöglichkeiten vor Ort in der Ferienregion Oberbayern rund um den Chiemsee finden Interessierte über das  Gastgeberverzeichnis der Tourist-Information.

Anm.: In einer früheren Version war die Bildunterschrift unter dem oben gezeigten Steyr LKW falsch, dort stand zunächst Saurer. Dank für den Hinweis auf den Übertragungsfehler aus dem Entwurfsmanuskript.

Rundgarage auf Papier

Wer den Bericht zum Modellautomuseum Bernau gerne in gedruckter Form haben möchte, hat ab August 2019 die Möglichkeit diesen in der MAZ zu lesen. In der Modell-Auto Zeitschrift 8/19 ist dieser mit einer Bildauswahl auf vier Seiten erschienen.

Das Heft kann beim Verlag oder im Monat August 2019 für 8,90 Euro im gut sortierten Zeitschriftenhandel erworben werden.