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WIKING NEUHEITEN Juni 2022

Mit den Juni-Neuheiten 2022 hat WIKING einige Formneuheiten zur Auslieferung gebracht, die zum Jahresanfang 2022 noch als Silberlinge vorgestellt wurden. Neben dem großen Ackermann-Kofferauflieger ist dies die Plane für den Tempo Matador. Von der Liste der Vorjahresankündigungen wird die Holzpritsche des Faun abgearbeitet. Neben diesen drei Modellen mit neuen Bauteilen rollt der Unimog in neuer Bauteilkombination auf die Hebebühne.

0335.08 – Tempo Matador Tiefpritsche „Knaack & Co.“

Rund drei Jahre nach der Premiere erweitert WIKING das Modellportfoliio rund um den Tempo Matador. Der Lieferwagen kann mit Kofferaufbau, Hoch- und Tiefpritsche gefertigt werden. Im Januar kündigte WIKING zwei Planen als Formneuheiten an, eine für die Hoch-, eine für die Tiefpritsche. Letztere ist nun erstmals zur Auslieferung gekommen.

Die Plane in Hellelfenbein ist auf der schwarzen Tiefpritsche aufgesetzt, und trägt seitlich den roten „KNAACK & Co.“-Schriftzug. Fahrgestell und und Kabine sind ebenfalls schwarz ausgeführt.

Die Rückleuchten sind rot bedruckt, die Scheinwerfer wie vor transparent eingesetzt. Silberne Zierlinien an der Kabine, gesilberte Türgriffe werten den Modelleindruck auf. Ergänzt um Tempo-Logo und Matador-Schriftzug. Was die Fotos nicht richtig wieder geben können, ist der leichte Faltenwurf der Plane. Auch beim Silberling ist das kaum sichtbar, die offene Plane wird da viel deutlicher strukturiert. Es ist optisch, aber besser haptisch am Modell selber erlebbar. 

Bei Knaack & Co geht es edel zu. Die Farbkombination ist schon schick. Unterstützt wird der Eindruck durch die hellelfenbeinfarbenen Felgen mit schwarz bemalter Kappe. Getoppt wird das durch die Weißwandringe auf den Reifen. Beim Vorbild scheint es sich um ein „überrestauriertes“ Fahrzeug zu handeln. Denn so schick ging es damals eher weniger im Transportgewerbe zu.

Dem Modell steht das sehr gut. Und auch ohne Plane macht es in seiner schwarzen Farbgebung eine gute Figur. Die Plane lässt sich problemlos abnehmen – und umstecken. Steht auch dem Premierenmodell von 2019 sehr gut. Man sieht, mit der Plane gibt es viele neue Gestaltungsmöglichkeiten.  

0493.02 – Faun F 610/36 Schwerlastzugmaschine

Nach dem DB-Modell kommt die neue Schwerlastzugmaschine nun zwei Monate später als Solofahrzeug. Firmenneutral, ohne oranges Rundumlicht sowie geändertem Kühlergrill. Und mit formneuer Holzballastpritsche hinter der Seilwindeneinheit. 

Das Modell verfügt über ein minzgrünes Fahrerhaus mit angesetzter Motorhaube, innen ist eine anthrazitgraue Inneneinrichtung mit integriertem Lenkrad verbaut. Die neue Holzpritsche ist ebenfalls minzgrün. Das Chassis und Trillexfelgen sind verkehrsrot ausgeführt. Die Kotflügel und die im Beutelchen beigefügten Peilstangen sind schwarz.

Drucktechnisch ist das Modell ähnlich umfangreich wie das Premierenmodell ausgestattet. Das Motorhaubengummi, Türgriffe und die Schließschnallen der Motorhaube sind schwarz bedruckt. Bei diesem Modell sind die beidseitigen Haltegriffe silbern bedruckt, und zwischen Kabine und Haube ein silberner Zierstreifen aufgedruckt. Die Scheinwerfer sind silbern bemalt, Blinker orange bedruckt und die Rückleuchten sind rot bemalt. 

Neu ist der seitlicher Schriftzug mit Logo „Faunwerke Nürnberg“ auf dem Tank auf der Beifahrerseite. In weiß ist dieser aufgedruckt. Nicht nur dieser Druck unterscheidet den grünen Faun vom DB-Modell.

Der Kühlergrill hat bei diesem Modell ein mehrfarbiges Faun-Logo erhalten, aber immer noch eine schwarzgraue Gitterstruktur. Durch die Bedruckung ergibt sich wie beim DB-Modell eine Tiefenwirkung, allerdings ist die Strukturierung etwas anders ausgeführt. Die neue Holzpritsche baut etwas höher als die Stahlpritsche auf. Brettstruktur, Scharniere und Schließriegel sind nachgebildet. Die Ladefläche ist wie bei der Stahlpritsche glatt. Im Juni kommt diese dann auch direkt beim Post-Museums-Shop in der DB-Edition zum ersten Sondermodelleinsatz.

0513.25 – MAN Pausbacke Ackermann (3a/2a) „Intercity“

Der kleine einachsige Ackermann-Kofferauflieger bekommt nach über 60 Jahren einen großen Partner. Unter der gleichen Programmnummer 513 (früher 51g) legt WIKING den zweiachsigen Kofferauflieger nach. 1960 erschien der Auflieger hinter dem MB LPS 332 das erste Mal im Programm. In der Intercity-Aufmachung 1967 auch hinter der zweiachsigen MAN Pausbacke-Zugmaschine. Zur Premiere des großen Aufliegers legt auch die Zugmaschine eine Achse zu.

Entstanden ist ein schlichter Koffersattelzug in harmonischer Farbkombination Cremebeige und Purpurrot. Erinnert sagar ein wenig an die 1. Klasse Intercity-Wagen der DB in Elfenbein und Purpurrot. Der Intercity-Schriftzug erinnert natürlich gewollt an die Modellgeschichte bei WIKING, weil das Modell auch WIKING-Modellgeschichte weiterschreibt.  

Der neue Auflieger ist eine sinnvolle Ergänzung des LKW-Bauteilportfolios. Bei den Zugmaschinen gab es in den letzten Jahren immer wieder Ergänzungen oder Rekonstruktionen. Henschel HS 14/16 oder die Kabine der Pausbacke sind hier für letzteren Fall zwei Beispiele. Für die Premiere des neuen Aufliegers darf die MAN Pausbacke dann auch als 3-achsige Zugmaschine zum Einsatz kommen. Silberne Türgriffe sowie Zierlinien an der Kabine und rund um den purpurot eingesetzten Grill werten den Modellklassiker auf. Silbern bemalte Scheinwerfer und orange bemalte Blinker gehören dazu wie die bemalten Rückleuchten. Neben dem Kühlergrill sind silbern Lüftergitter aufgedruckt. 

Um die Zugmaschinen abwechslungsreich einsetzen zu können, und zur Umsetzung diverser Vorbildfahrzeuge, mussten neue Auflieger her. Die beiden für dieses Jahr angekündigten Auflieger machen eine Vielzahl neuer Sattelzüge mit den vorhandenen Zugmaschinen möglich. Mit zusätzlichen Seitentüren oder Kühlgeräten weitere Detailunterschiede bei den Sattelzügen umsetzbar sein. Der neue Ackermann-Auflieger kann übrigens auch mit seitlicher Tür gefertigt werden, siehe Messebericht.

Um diese Kombinationen möglich zu machen, geht WIKING bei der Umsetzung des Ackermann-Aufliegers den bekannten Weg. Die Form- und Detailsprache wird an die Altmodelle angepasst, der Maßstab dem H0-Maßstab nur angenähert umgesetzt. So können Bauteile wie Achseinheit, Räder oder Konigszapfen aus dem Formenfundus eingesetzt werden. 

So wirkt der neue Auflieger tatsächlich wie ein alter Bekannter. Im Vergleich mit dem einachsigen Modell wird deutlich, wie klar WIKING in der Formsprache bleibt. Seitlich, am Dach aber auch am Unterboden. Der kleine Ackermann wurde dabei nicht einfach lang gezogen. Für die Umsetzung haben die WIKING Mitarbeiter ein Originalfahrzeug vermessen, Details wie die vorderen Positionsleuchten aufgenommen und das Ganze in WIKING-Formsprache umgesetzt.

Also kein detailgetreuer Nachbau eines Ackermann-Aufliegers, sondern ein typisches WIKING Modell, welches als solches sofort erkennbar ist. Die erste Auflage des großen Ackermann macht Lust auf mehr. Man ahnt was alles möglich ist, wenn man bei WIKING den Formenfundus ausschöpft. MAN Pausbacke und Auflieger bilden ein wunderschönes Gespann, mit passender Farbwahl und dezenter Bedruckung.

0870.06 – Unimog U 411 mit Holzanhänger

Die Initiatoren von WIKING-Sondermodelle haben in den letzten Jahren immer wieder mit kreativen Bauteilkombinationen für schöne und außergewöhnliche Modelle gesorgt. Mit der Auflagenanpassung auf höhere Stückzahlen versprach WIKING die Serienmodelle dafür auch mal aufwendiger und abwechslungsreicher zu gestalten. Ein gutes Beispiel dafür dürfte das neue Gespann aus Unimog U 411 und Leiterwagen sein, welches den Sammlern ab Ende Juni angeboten wird.

Der Unimog U 411 mit dem optionalen Stoffverdeck ist dabei sehr umfangreich bedruckt. Silberne Türgriffe, Schriftzug und Stern sind aufgedruckt. Scheinwerfer und Rückleuchten sind ebenso wie die Blinker bemalt. Die bedruckte Frontscheibe gibt dem Formenklassiker ein vorbildgerechteres Auftreten.

Dazu tragen auch die silbernen Felgen mit aufgezogenen Stollenreifen bei. Der Unimog wurde in seiner Modellhistorie immer weiter verfeinert. Seit 1971 ist der Unimog in dieser Formausführung regelmäßig wieder erschienen, seit 2005 auch mit Verdeck. Die Urform des Modells stammt noch aus der unverglasten Zeit, der Unimog-Typ ist seit 1953 bei WIKING im Programm. Nach 50 Jahren bekommt die aktuelle Form nun eine weitere drucktechnische Aufwertung: Holznachbildung der Pritschenwände.

Dreiseitig sind die Bordwände mit Drucken versehen, die helle Holzbretter mit Struktur darstellen. Darauf in silbernen Lettern der UNIMOG-Schriftzug. Innen gibt es eine silberne Pritscheneinlage. Eine weitere sehr gute Aufwertung des Modellklassikers.

Für die Gestaltung des Modellgespanns hat WIKING eine Holzkiste und eine Seilwinde beigefügt. Die Kiste mit Deckel kann auf der Pritsche Platz finden. Die Seilwinde ist in einem Plastikbeutel eingeschweißt, und liegt der Modell zur Eigenmontage an der Front im Podesteinleger der Verpackung bei. 

 

Der Holzanhänger ist eine reduzierte Form des bekannten Leiterwagens. Ohne die seiltlichen Leitern für den Heutransport verbleiben die vier Haltestangen, die nun die Holzstämme aufnehmen. Räder mit silbernen Felgen verleihen dem Anhänger die Anmut der einfachen landwirtschaftlichen Anhänger, oft mit Bauteilen und Rädern von ausgemusterten LKW-Anhängern am Leben erhalten oder umgebaut.

Die Holzstämme entstammen dem N-Spur-Fundus, waren bislang auf den Langholztransportern im Maßstab 1:160 zu finden. Jetzt sind sie hellelfenbein und braunbeige mit Marmorierungseffekt abgespritzt. 

 

Waren beim N-Modell maximal 5 Stück im Lieferumfang enthalten, sind hier gleich 10 Stück dabei. Gefühlt etwas zu viel auf einmal für den alten Holzwagen. Aber man kann ja mehrmals fahren, um die Ladung zum Sägewerk zu bekommen. Und für eine Ladeszene in der Vitrine oder auf dem Diorama eine schöne Gestaltungsmöglichkeit. In Summe ein rundum gelungenes Modell in ideenreicher Kombination mit vielen schönen Details.

Mehr Bilder und weitere Modellvorstellungen gibt es in der Caramini Ausgabe 7-8/2022. Über → Readly* auch digital z.B. am Tablet zu lesen.